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Im Programm der türkis-grünen Regierung ist vorgesehen: In der Volksschule soll es mindestens vier Sporttage geben, in der Unter- und Oberstufe mindestens je zwei Wochen, eine davon verpflichtend Wintersport.

Ohne Erhöhung des Schulbudgets wird dies nicht umsetzbar sein.

Österreich ist ein Land des Winter- und besonders des Schisports. Der Wintertourismus stellt für viele alpine Bereiche Österreichs eine enorm wichtige Einnahmequelle dar. Aus dieser Sicht ist es nur nachvollziehbar, dass der Schi- bzw. Wintersport fest im Schulsport verankert ist. Der offensichtliche Rückgang der abgehaltenen Schulschikurse liegt aber auch an den gesunkenen Gesamtschülerzahlen, der relative Rückgang hält sich noch in überschaubaren Grenzen. (vgl. Kurier vom 11.1.20, S. 17)

Grundsätzlich kann eine Förderung des Wintersports im Sinne der Schüler (Bewegung, Gesundheit) und des Tourismus durchaus begrüßt werden. Eltern und Schulen müssen sich über die Finanzierung ernsthafte Gedanken machen. Für viele Familien stellen derartige Schulveranstaltungen eine nicht zu unterschätzende finanzielle Belastung dar, auch wenn Fördergelder beantragt werden können.

Woher die zugesagten Unterstützungen kommen sollen, bleibt vorerst völlig offen. Zu befürchten ist, dass, wie so viele Maßnahmen zuvor, auch diese kostenneutral sein muss. Das bedeutet aber, dass in anderen Bereichen eingespart werden wird. Das Einsparungspotential im Schulbereich ist aber mehr als enden wollend.

Die finanzielle Belastung der Schulen bzw. des Schulsystems insgesamt darf nicht unterschätzt werden, da zum Beispiel Reisekosten für die betreuenden Lehrpersonen anfallen und auch in die Ausbildung von Begleitlehrinnen und -lehrern investiert werden muss. Faktum ist schon jetzt, dass an vielen Schulen das Budget für den Ersatz der Reisekosten bereits im April völlig aufgebraucht ist und die Lehrerinnen und Lehrer nicht mehr auf Fortbildungen fahren können bzw. die Kosten aus eigener Tasche bezahlen müssen.

Unsere Forderung: Alle Ideen und Fakten auf den Tisch legen und von Anfang an mit der Gewerkschaft das Gespräch suchen.

Post Author: Patricia Gsenger