Education at a Glance 2005

 

 

h      Geringe durchschnittliche Zeit im Ausbildungssystem (A 1.4):

 

Während im Durchschnitt der OECD-Länder die im Ausbildungssystem verbrachte Zeit bei 12 Jahren liegt, liegt sie in Österreich mit 11,8 darunter, noch niedriger ist sie bei den Frauen (11,5 Jahren). Hier zeigt sich auch ein Unterschied zwischen Beschäftigten, die mit 12,3 Jahren (Männer) eine längere Ausbildungszeit haben als Arbeitslose mit 11,2 Jahren. Insbesondere die nordischen Länder haben eine über dem Durchschnitt liegende Ausbildungszeit.

 

 

h      Werte beim Bildungsstand der Bevölkerung stagnieren (A 1.2a):

 

Anteil der Bevölkerung mit mindestens einem Abschluss auf der Sekundarstufe II (Lehre, berufsbildende Schule, Matura):

Insgesamt hat Österreich hier 79% der 25- bis 64-Jährigen mit einem solchen Abschluss (OECD-Durchschnitt 66%; viele Länder wie Kanada, Tschechien, Dänemark, Deutschland, Japan, Norwegen, Slowakei, Schweden, USA liegen über 80%).

In der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen hat Österreich einen Anteil von 85%, auch hier gibt es sehr viele Länder, die bereits über 90% liegen (Kanada, Tschechien, Japan, Korea, Norwegen, Slowakei, Schweden). Im Vergleich zu den Zahlen des Vorjahres stagniert dieser Wert in Österreich, es zeigt sich also keine Verbesserung bei der Ausbildung der Jugend.

 

 

h      Beteiligung an Vorschulprogrammen bzw. Kindergarten unterdurchschnittlich (C 1.2):

 

Im Durchschnitt nehmen knapp 70% der 3- bis 4-Jährigen an Vorschulprogrammen/Kindergarten teil, in Österreich liegt dieser Wert bei knapp 66%. Dieser Wert geht in Belgien, Frankreich, Island, Italien oder Spanien auf über 90%.

 

 

h      Beteiligung der 15- bis 19-Jährigen an Ausbildungsprogrammen (C 1.2):

 

Im Ländermittel besuchen fast 80% der Jugendlichen zwischen 15-19 Jahren eine Ausbildung. Diese Rate hängt mit der Schulpflicht zusammen, aber zeigt auch die Beteiligung an Höherqualifizierung. In Österreich liegt die Rate der 15- bis 19-Jährigen in Ausbildungsprogrammen bei 77% und liegt damit teilweise erheblich unter Beteiligungen von über 90 % (Belgien; Tschechien) und über 80% (Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Island, Irland, Korea, Niederlande, Norwegen, Polen, Schweden, Schweiz)

 


 

h      Entwicklung der Ausbildungsbeteiligung der Jugendlichen zwischen 1998 und 2003 (C 4.4a):

 

Der Anteil der Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren, der sich in Ausbildung befindet, hat von knapp 79% im Jahr 1998 bis zum Jahr 2002 auf 81,5% zugenommen, im Jahr 2003 ist er allerdings auf 79% zurückgefallen. Hiermit zeigt sich, dass sich die Bildungschancen der Jugendlichen verschlechtern.

Die Arbeitslosenquote bei den 15- bis 19-Jährigen, die nicht mehr in Ausbildung sind, hat von 6,6% im Jahr 1998 auf 10,2% im Jahr 2003 zugenommen. Besonders der hohe Zuwachs von 2002 auf 2003 von 6,3% auf 10,2% ist bezeichnend für die schlechte Arbeitsmarktsituation der Jugendlichen in Österreich.

 

Auch bei den 20- bis 24-Jährigen und den 25- bis 29-Jährigen, die nicht mehr in Ausbildung sind, ist die Arbeitslosigkeit in den Jahren von 1998 bis 2003 stark angestiegen.

Im Vergleich dazu ist im Ländermittel der Anteil der Jugendlichen zwischen 15-19 Jahren, die sich in Ausbildung befinden, von 75,3% im Jahr 1995 auf fast 82% im Jahr 2003 angewachsen (in Österreich ist der Anteil in dieser Zeit gefallen).

Auch bei der Arbeitslosigkeit hat der Wert im OECD-Durchschnitt von 11,3% im Jahr 1995 auf 7,9% im Jahr 2003 abgenommen (Österreich 10,2% im Jahr 2003).

 

 

h      Arbeitslose Bevölkerung zwischen 15 und 29 Jahren nach Bildungsgrad (C. 4.3):

 

Insgesamt sind bei den 15- bis 29-Jährigen, die sich nicht mehr in Ausbildung befinden, 4,1% arbeitslos.

Die Höhe der Arbeitslosigkeit hängt sehr eng mit dem erreichten Bildungsstand zusammen.

Bei den Personen ohne weiterführende Schulbildung (ohne Lehre, berufsbildende Schule, Matura) sind bei den 15- bis 19-Jährigen fast 14% arbeitslos (16,5% bei den Männern), bei den 20- bis 24-Jährigen 13% und bei den 25- bis 29-Jährigen 10%. In allen Gruppen sind hier die Männer stärker von Arbeitslosigkeit betroffen.

Bei der Bevölkerung mit Sekundär-II- oder Tertiärabschluss liegt die Arbeitslosenquote sehr viel niedriger.

 

 

h      Jugendliche mit niedriger Qualifikation (C 5.1):

 

Im OECD-Durchschnitt finden sich 18% bei den 20- bis 24-Jährigen ohne weiterführende Schulbildung nach der Pflichtschule, Österreich liegt hier mit unter 10% im Bereich der Länder mit dem niedrigsten Anteil an Geringqualifizierten.

Allerdings sind in Österreich – ganz gegen den Trend – mehr Frauen von dieser schlechten Ausbildung betroffen (11,6% bei den Frauen, 8% bei den Männern)

 

 

h      Wenig StudienanfängerInnen (C 2.2):

 

Österreich hinkt bei der Bildungsbeteiligung im tertiären Bereich (Universitäten, Fachhochschulen etc.) nach weiterhin nach. Es beginnen deutlich weniger junge Menschen ein Studium als in anderen europäischen Ländern.

Die „Eintrittsrate“ liegt in Österreich nur bei 35% eines Altersjahrgangs, der OECD-Durchschnitt liegt bei 53% (Stand 2003). Österreich rangiert somit gemeinsam mit Belgien, Tschechien oder Mexiko am unteren Ende der Skala.

Spitzenreiter bei den StudienanfängerInnen sind in Europa zum Beispiel Finnland mit 73%, Schweden mit 80% und Ungarn mit 69%.

 

 

h      Niedrige Akademikerquote (A 1.3a):

 

Österreich hat nach wie vor eine der niedrigsten Akademikerquoten.

Bei den 25- bis 64-Jährigen liegt diese bei 15% (2003, 2002: 14%), wobei bei diesem Wert bereits Kollegs, Werkmeisterschulen, Pädagogische Akademien etc. miteingerechnet sind.

Für die Universitäten und Fachhochschulen allein beträgt die Akademikerquote weiterhin 7%.

 

Das OECD-Mittel liegt bei 24% bzw. bei der „engeren Akademikerquote“ bei 16%.

(Vgl. Finnland 33% bzw. 16%; Schweden 33% bzw. 18%, Polen 14% bzw. 14%, Deutschland 24% bzw. 14%.

 

Auch bei den Jüngeren hinkt Österreich nach:

Bei der Bevölkerung von 25-34 Jahren ist die Quote mit 15% (bzw. 8%) ebenfalls sehr niedrig.

Das OECD-Mittel liegt hier bei 29% (bzw. 20%).

(Vgl. Finnland 40% bzw. 23%; Schweden 40% bzw. 24%;  Polen 20% bzw. 20%; Deutschland 22% bzw. 14%.)

 

 

h      Hoher Anteil an ausländischen Studierenden (C 3.1)

 

2003 lag Österreich nach Australien und der Schweiz an dritter Stelle beim Anteil an ausländischen Studierenden. (Australien: 18,7, Schweiz 17.7, Österreich 13,5, Deutschland 10,7). Im Vorjahr hat dies BM Gehrer noch als Zeichen für die Attraktivität Österreichs als Studienstandort gewertet.

Infolge des Zustroms von vor allem deutschen Studierenden nach dem EuGH-Urteil ist künftig mit einem noch höheren Anteil zu rechnen.

 

 

h      Geringer Anteil von Frauen in mathematischen, technischen und naturwissenschaftlichen Fächern (A 3.3):

 

Österreich liegt an viertletzter Stelle (knapp über 20%) bei den Absolventinnen in den oben genannten Fächern. Hinter Österreich liegen nur Japan, die Schweiz und die Niederlande. In anderen Ländern beträgt der Frauenanteil zwischen 30 und 40%.

 

 

h      Österreichs Ausgaben für Bildung weiterhin unter dem OECD-Durchschnitt

 

Östererreichs Ausgaben für Bildung sind weiter im Sinken. Wurden 2001 noch 5,8% des BIP dafür aufgewendet, sind es 2002 nur mehr 5,7%. Zum Vergleich waren es 1995 noch 6,2%. Damit liegt Österreich im hinteren Mittelfeld und weiter unter dem OECD-Schnitt von 6,1%. (B 2.1)

 

In einem Vergleich der öffentlichen Ausgaben für Bildung als Prozentsatz der öffentlichen Gesamtausgaben zeigt sich, dass auch hier Österreich mit 11,5% unter dem OECD-Schnitt von 12,9% und somit im hinteren Mittelfeld liegt. (B 4.1)

 

Dieser Rückgang bei der Bildungsfinanzierung wird auch bei der Veränderung der jährlichen Ausgaben für Bildungseinrichtungen pro Schüler/Student im Vergleich zu 1995 bestätigt. Setzt man die Ausgaben von 1995 mit 100 gleich, so stieg der Index 2002 lediglich auf 107. Mit dieser geringen Steigerung befindet sich Österreich auf den hinteren Plätzen.

Vergleich mit anderen Ländern: Dänemark 125, Finnland 125, Niederlande 137, Frankreich 114, Irland 142, Norwegen 121, Polen 144, Portugal 137, Slowakei 117, Schweiz 113, GB 136 , USA 129, Türkei 171 (B 1.4)

 

 

h      Österreich bei der PISA-Studie auch bei den Spitzenleistungen nur im Mittelfeld (A 4.1 und A 4.3)

 

Bei den PISA-Ergebnissen in Mathematik unter Berücksichtigung der sechs Leistungsstufen zeigt sich, dass Österreich im Vergleich der Spitzenleistungen (Level 5+6= 14,2% – 17. Platz) noch schlechter platziert ist als beim Gesamtergebnis (15. Platz). Mit diesem Ergebnis liegt Östereich auch knapp unter dem OECD-Durchschnitt, der bei 14,6% liegt.